Mittwoch, 20. August 2008

Nyheter fra Norge

Die erste Woche in diesem fremden, wunderschönen Land ging rasend schnell vorbei und war so vollgepackt, dass ich erst jetzt Zeit habe, über alles zu berichten...
Bis auf heute und letzten Mittwoch hatten wir jeden Tag Sonne, die mir sogar einen Sonnenbrand im Gesicht und auf der Kopfhaut eingebracht hat. Kein Wunder, dass die Norweger so braungebrannt sind (und sie sind alle auffallend schöne Menschen!).
Die Organisation dieses Semesters durch die Universitetet i Agder ist ausgezeichnet. Wir wurden sehr liebenswürdig empfangen und man hat sich viel Mühe gegeben, damit wir uns gleich wohlfühlen konnten. Die Erasmus-Buddys sind so hilfsbereit und freundlich, dass eine von ihnen nächste Woche für meinen Zimmernachbarn und mich ein original norwegisches Gericht kochen will - Fleischbällchen. Sie war sehr schockiert, dass wir von der norwegischen Küche noch gar nichts mitbekommen haben. Bisher haben wir uns aufgrund mangelnder norwegischer Kochkenntnisse und fehlenden Kochgeschirrs nur von Pizza, Spaghetti, aber gestern immerhin von Kartoffeln, Spinat und Rührei ernährt... Zu siebt haben wir weniger als 12 Euro für das Essen ausgegeben, was wahrscheinlich nie wieder vorkommen wird. Da komme ich nämlich zu einer Besonderheit Norwegens, die zwar nichts mit dem Land an sich oder seiner Kultur zu tun hat, dafür aber jedem durchschnittlich bemittelten Studenten schmerzhaft bewußt werden wird: die Preise. Es ist alles wahnsinnig teuer hier. Ein Beispiel: 600g Hühnchen haben uns mehr als 17 Euro gekostet... So ist es hier mit den meisten Dingen, so dass man wirklich darauf achten muss, was man kauft. Das billigste ist hier immer noch sehr teuer... Ich dachte erst, es wäre etwas übertrieben von mir gewesen, eine große Kiste Lebensmittel mitzubringen, aber wie es sich jetzt herausstellt, war es das nicht... Besonders teuer ist der Alkohol. In einem Pub haben wir am Samstag, als wir das erste Mal richtig ausgegangen sind, umgerechnet 9,30 Euro für ein Bier bezahlt... Und dabei trinke ich nicht einmal gern Bier! Etwas anderes kann man sich hier jedoch kaum leisten... Da ist es dann besser, wenn man sich denn mal betrinken möchte, im Wohnheim vorzuglühen, was bei den Norwegern lustigerweise Forspill heisst...
Mein Wohnheim ist fünf Gehminuten vom Meer entfernt; vom Flur aus hat man bereits einen schönen Blick darauf. Ich war sogar baden. 17 Grad Wassertemperatur klingen schon sehr kalt, aber es fühlt sich noch sehr, sehr viel kälter an, wenn man dann tatsächlich im Wasser ist... Der einzige Nachteil an meiner Unterkunft ist, dass ich circa 30 Minuten brauche, um zur Uni zu kommen. Viele von uns kaufen sich ein Fahrrad, aber ich sehe dieser Lösung aufgrund Schnee und häufigem Regen in Norwegen noch kritisch entgegen... Eine einzelne Busfahrt kostet allerdings auch 3,50 Euro...
An der Uni sind ungefähr 120 Austauschstudenten aus 31 Ländern. Unter ihnen sind 38 Deutschsprachige, und so kommt man schnell mehr oder weniger unfreiwillig von seinem Vorhaben ab, möglichst viel Englisch zu sprechen. Aber da in meinem Wohnheim viele Norweger wohnen, und ich natürlich gerne mit noch mehr Einheimischen in Kontakt kommen möchte, habe ich sicherlich noch viele Gelegenheiten dazu. Vielleicht kann ich dann auch etwas Norwegisch üben; nächste Woche beginnt der Sprachkurs. Die Sprache klingt sehr schön, irgendwie auch niedlich. Die Tonhöhen sind innerhalb der Wörter und Sätze sehr unterschiedlich, d.h. meist liegt die Betonung am Anfang, und so kommt einem die Sprache wie eine Art Singsang vor. Mit Englisch- und Deutschkenntnissen kann man einigen Wörtern ihre Bedeutung ablesen. Zum Beispiel heisst "Wie heisst Du?" "Hva heter du?" und die Antwort hieße in meinem Falle "Jeg heter Diana". Wir wurden hier schon öfters auf Norwegisch angesprochen, neulich erst von Studenten aus unserem Wohnheim, und als wir dann fragend dreinschauten, sagte einer von denen nur "Tysk", Deutsch... Wenn mein Sprachkurs nächste Woche beginnt, werde ich meiner Kommunikationsfreude Ausdruck verleihen und alle und jeden auf Norwegisch vollquatschen :-).
Morgen ist neben der ganzen Willkommensfeierei das erste Mal Uni angesagt. Die Uni ist ziemlich modern, große und offene Gebäude mit viel Wiese außenrum, auf denen die Studenten rumlungern... Als diese Woche das Semester offiziell eröffnet wurde, gab es eine große Veranstaltung, während der sich alle Studentenvereinigungen vorgestellt haben, wie das Erasmus Student Network Agder oder verschiedene Chöre etc. Abends haben dann auf dem Campus-Gelände verschiedene Bands gespielt; am Dienstag sogar Kaizers Orchestra, die wohl in Norwegen recht bekannt sein sollen. Danach waren wir gestern im Uni-Pub Østsia, wo das Bier dann auch nur 42 Kronen (5,40 Euro) kostet... Aber schön ist es dort, und es sind öfter Konzerte dort, neben den gewöhnlichen Partys und sonstigen Aktionen...
Momentan fühlt sich alles noch wie Urlaub an, lauter nette Leute, Chillen auf der Wiese... Wir haben bereits eine mehrstündige Wanderung über eine nahe gelegene Insel gemacht, die sehr beeindruckend und schön war. Am Samstag gibt es eine Traffic-Light-Party. Dieses Konzept sagte mir zuvor nichts... Im Prinzip dient es dazu, "willige" Menschen unkompliziert und schnell zusammenzuführen... Wer etwas rotes trägt, sagt, dass er vergeben ist. Gelb bedeutet, man hat da zwar jemanden, aber ist nicht fest mit demjenigen zusammen und mit grün signalisiert man, dass man Freiwild ist... Ohje... Um mich davon dann zu erholen, geht es Sonntag auf eine Bootstour, und spätestens danach gibt es wieder News aus Norwegen...

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